Titelbild Osteuropa 1-2/2019

Aus Osteuropa 1-2/2019

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Buchmarkt und Lesen in Russland

Birgit Menzel

Abstract

Der Buchmarkt und die Lesekultur in Russland haben sich seit der Auflösung der Sowjetunion dramatisch verändert. Lesen hat an Prestige verloren. Die Zahl der Leser nimmt ab, die Auflagen der Bücher sinken. In der Verlagsland-schaft findet ein Konzentrationsprozess statt, während sich die Lesermilieus fragmentieren. Die Interessen der Leser in den Metropolen und der Provinz sowie der unterschiedlichen Generationen streben auseinander. Die Digitalisierung beschleunigt diese Entwicklung. Gleichzeitig bieten neue Technologien Anlass zur Hoffnung, da mit ihrer Hilfe die Strukturprobleme des russländischen Buchmarkts wie das Fehlen eines Vertriebsnetzes überwunden werden können. Die Wirkung staatlicher Programme zur Förderung der Lesekultur ist beschränkt.

(Osteuropa 1-2/2019, S. 119–137)