Titelbild Osteuropa 1-2/2017

Aus Osteuropa 1-2/2017

Der Geograph und die Grenzen
Eugeniusz Romers Einfluss auf Polens Staatsgebiet

Benjamin Conrad

Abstract

Eugeniusz Romer gilt als Begründer der modernen polnischen Geographie. Als Geograph war er auch an den Friedensverhandlungen nach dem Ersten Weltkrieg beteiligt. Er verstand sich nicht als neutraler Experte, sondern engagierte sich für die Wiederherstellung des polnischen Staates. Die Erfolge der polnischen Delegation bei der Konferenz von Paris 1919 werden nicht zuletzt seiner kartographischen Vorarbeit zugeschrieben. Bei der Konferenz von Riga 1920/21 war Romers erstes Ziel nicht mehr ein möglichst großes Staatsgebiet, sondern eine ethnisch möglichst homogene Bevölkerung. Sein Einfluss war jedoch bereits geschwunden, militärische Interessen gewannen die Oberhand.

(Osteuropa 1-2/2017, S. 89–96)