Titelbild Osteuropa 12/2023

Aus Osteuropa 12/2023

Das sowjetische Erbe
Territorien, Grenzen und ihre Relevanz für heute

Stephan Rindlisbacher


Abstract in English

Abstract

Als die Bolschewiki vor hundert Jahren den Sowjetstaat administrativ ordneten, taten sie dies primär nach national-ethnographischen Prinzipien. Sie wichen davon ab, sobald sie die „Unionsinteressen“ gefährdet sahen. Bei territorialen Revisionen zwischen den Unionsrepubliken nach Stalins Tod waren wirtschaftliche Fragen ausschlaggebend. Ideologische Konstrukte wie die „Völkerfreundschaft“ oder „Geschenke“ unter den Unionsrepubliken bildeten keine Kategorien im sowjetischen Raumdenken. Heute spielen bei Territorialkonflikten und Kriegen im postsowjetischen Raum wirtschaftliche Aspekte sowie der Zugang zu Wasser eine wichtige Rolle. Das gilt für die Krim, den Grenzkrieg zwischen Kyrgyzstan und Tadschikistan sowie die Kriege im Südkaukasus.

(Osteuropa 12/2023, S. 113–126)