Titelbild Osteuropa 6/2018

Aus Osteuropa 6/2018

Der lange Schatten der Vergangenheit
Historisches Erbe und quantitative Sozialwissenschaft

Alexander Libman

Abstract

Alle Regionalwissenschaften stützen sich auf die Annahme, dass verschiedene Länder oder Regionen durch historisch bedingte Unterschiede geprägt sind. In den letzten Jahren begannen Politik- und Wirtschaftswissenschaftler, den Einfluss von Geschichte auf die gegenwärtige Entwicklung der Länder Ostmittel- und Osteuropas auch mit statistischen Methoden zu untersuchen. Solche Studien schauen auf die Variation der historischen Entwicklungen und versuchen daraus Rückschlüsse auf Ursache-Wirkung-Beziehungen zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart zu ziehen. Die Forschung liefert eine breite Palette von Ergebnissen, die den Einfluss des historischen Erbes – des Sozialismus wie der vorsozialistischen Ordnung – in vielen Einzelfällen bestätigen. Es ist jedoch äußerste methodische Sorgfalt geboten.

(Osteuropa 6/2018, S. 18–66)