Titelbild Osteuropa 10-12/2018

Aus Osteuropa 10-12/2018

Ressourcen und Grenzen der Macht
Personalistische Regime in Russland und der Türkei

Andreas Heinemann-Grüder

Abstract

Personalistische Politik befreit Politiker wie Putin und Erdoğan von der Mühsal, Entscheidungen aushandeln zu müssen. Sie geht mit exklusiven, intransparenten Formen der Auswahl politischen Führungspersonals, Zentralismus und informellem Regieren einher. Die Regime in Russland und der Türkei haben eine Schwäche: Die Loyalität regimetreuer Wähler und der Günstlinge in Wirtschaft und Staatsapparat droht zu erodieren, wenn klientelistische Güter nicht mehr zur Verfügung stehen. Das Spannungsverhältnis zwischen Eigeninteressen der Machthaber, der Privilegierung von Bürokraten und regimenahen Oligarchen sowie der Orientierung an regimestützenden sozialen Gruppen birgt Krisenpotential.

(Osteuropa 10-12/2018, S. 107–118)