Titelbild Osteuropa 10-12/2018

Aus Osteuropa 10-12/2018

Prekäre Wachablösung
Die zivil-militärischen Beziehungen der Türkei im Wandel

Magdalena Kirchner

Abstract

Die zivil-militärischen Beziehungen in der Türkei haben sich gravierend verändert. Die Armee hat ihre Stellung als „Schule der Nation“ und Staat im Staate eingebüßt. Das ist das Ergebnis der machtpolitischen Schachzüge Recep Tayyip Erdoğans sowie einer bestimmten internationalen Konstellation. Nach den Massenprotesten 2013 und dem gescheiterten Militärputsch im Sommer 2016 verstärkte die AKP-Regierung die zivile Kontrolle über die Streitkräfte. Die Armee wurde ihrer Autonomie und wirtschaftlichen Machtbasis beraubt. Sie ist ein Machtinstrument des Präsidenten geworden. Von einer Wachablösung zugunsten der Legislative kann jedoch keine Rede sein. Die Macht der Armee liegt nun in den Händen des Staatspräsidenten.

(Osteuropa 10-12/2018, S. 189–199)