Titelbild Osteuropa 9-10/2017

Aus Osteuropa 9-10/2017

Wes Lied ich hör’ …
Ukraine: Sprachpolitik und Mediennutzung

Volodymyr Kulyk

Abstract

Die Sprachensituation in der Ukraine änderte sich nach der staatlichen Unabhängigkeit 1991 nur sehr langsam. Das Russische blieb dominant, auch wenn fast alle Menschen gleichzeitig das Ukrainische beherrschten. Exemplarisch zeigte sich dies in den Medien. Wo entschiedene staatliche Maßnahmen zur Stärkung des Ukrainischen ausblieben oder eingestellt wurden, setzte sich das Russische durch. Erst nach dem Umbruch von 2014 und unter dem Eindruck der militärischen Aggression Russlands änderte sich die Lage grundlegend. Stärkere staatliche Regulierung und ein verändertes Bewusstsein der Menschen für die Sprache führten dazu, dass das Ukrainische heute deutlich mehr Gewicht bekommen hat. Ob sich dies auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen durchsetzt, ist offen.

(Osteuropa 9-10/2017, S. 59–73)