Titelbild Osteuropa 5/2016

Aus Osteuropa 5/2016

Krise als Normalzustand
Anpassungsstrategien an die Stagnation in Russland

Alexander Libman

Abstract

Russland ist in einer tiefen Wirtschaftskrise. Unternehmen, Arbeitnehmer und Haushalte sind gezwungen, sich an eine neue Realität anzupassen. Die Unternehmen schrauben ihre Erwartungen, die Haushalte ihre Ausgaben zurück. Großunternehmen mit Zugang zur Politik setzen auf staatliche Interventionen zu ihren Gunsten. Manche Sektoren wie die Landwirtschaft fordern protektionistische Maßnahmen. Kleinere Unternehmen und ihre Angestellten gehen in die Schattenwirtschaft. Ein starker Anstieg der Arbeitslosigkeit ist nicht zu erwarten. Die Anpassung erfolgt durch die Inflation, die zu niedrigeren Reallöhnen führt. Die Haushalte müssen ihre Ausgaben reduzieren, vom Staat haben sie nichts zu erwarten. Wie der Staat auf die Krise reagiert, hängt in vielem vom Verhalten seiner Angestellten ab. Sie können in einen Wettbewerb der Übererfüllung dirigistischer Vorgaben treten oder diese durch Korruption unterlaufen.

(Osteuropa 5/2016, S. 81–94)