Titelbild Osteuropa 5/2016

Aus Osteuropa 5/2016

Beschränkter Zugang
Staatsschwäche als Investitionsrisiko in Russland

Janis Kluge

Abstract

Als zentrales politisches Risiko für ausländische Investoren gilt in Russland der Staat. Doch Unternehmen können auch von Konkurrenten mit unlauteren Methoden aus dem Markt gedrängt werden. Dies zeigt der Fall des schwedischen Mobilfunkanbieters Tele2. Grund für dieses doppelte Risiko ist eine Gesellschaftsordnung, in der sich eine Elitenkoalition wirtschaftliche Privilegien gesichert hat und Konkurrenten nur beschränkten Zugang gewährt (limited access order). Eigentumsrechte sind vor politischen Eingriffen ebenso wenig geschützt wie die Politik vor der Korrumpierung durch wirtschaftliche Machtgruppen. Russland braucht nicht „mehr“ oder „weniger“ Staat, sondern einen Rechtsstaat.

(Osteuropa 5/2016, S. 111–127)