Titelbild Osteuropa 7-10/2015

Aus Osteuropa 7-10/2015

Glaubensbrüder oder Reich des Bösen
Russlandbilder der georgischen Literatur

Zaal Andronikashvili

Abstract

Das konfliktträchtige Verhältnis zwischen Georgien und Russland ist seit Jahrhunderten stark emotional aufgeladen. Dies schlug sich nicht nur in der russischen, sondern auch in der georgischen Literatur nieder. Der Verlust der Unabhängigkeit ab 1801 und die Eroberung durch bolschewistische Truppen 1921 bilden tiefe Zäsuren. Das Spektrum der georgischen Russlandbilder reicht von der christlichen Schutzmacht bis zum kolonialen Unterdrücker, in ihm schwingt die Verheißung individueller Freiheit, aber auch der Hass auf das große kollektive Gefängnis mit. In den literarischen Erscheinungsweisen des großen Nachbarn spiegelt sich stets auch das sich wandelnde Selbstbild Georgiens.

(Osteuropa 7-10/2015, S. 531–548)