Titelbild Osteuropa 9-10/2014

Aus Osteuropa 9-10/2014

Repression nach der Annexion
Russlands Umgang mit den Krimtataren

Uwe Halbach

Abstract

Seit der Annexion der Krim im März 2014 stehen die Krimtataren unter Beschuss. Zwar hatte Moskau zunächst mit Zuckerbrot gelockt, um deren gewaltlosen Widerstand gegen die Angliederung ihrer Heimat an Russland zu beenden. Doch schon bald setzten die neuen Behörden in Simferopol’ unter dem Nationalisten Aksenov auf Repression. Führenden krimtatarischen Politikern wird die Einreise auf die Krim verwehrt, andere werden als islamistische Extremisten diffamiert. Aktivisten werden mit Hausdurchsuchungen eingeschüchtert, krimtatarische Medien wurden geschlossen. Der krimtatarischen Selbstverwaltung droht die Auflösung, die von Moskau eingefädelte Gründung eines Parallel-Muftiats dient der religiösen Spaltung.

(Osteuropa 9-10/2014, S. 179–190)