Titelbild Osteuropa 9-10/2014

Aus Osteuropa 9-10/2014

Das Mantra der Nicht-Einmischung
Glaubenssätze der Putin-Freunde

Andrij Portnov

Abstract

Russlands Vorgehen in der Ukraine polarisiert die deutsche Öffentlichkeit. Während die einen die Annexion der Krim und den Krieg im Donbass unter Verweis auf das Völkerrecht umstandslos verurteilen, haben andere Verständnis für Russland. Einige legitimieren sogar offen die Annexion. Für sie ist „der Westen“ der Hauptverantwortliche an der Krise. Die Apologie der „Putin-Freunde“ speist sich aus einem stabilen Antiamerikanismus, der Konsenskultur und pazifistischen Grundhaltung, die sich in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg herausgebildet hat, einem historisch reduktionistischen und unreflektierten Schuldgefühl gegenüber Russland wegen des Krieges, Osteuropaklischees und einem geringen Wissen über die Ukraine. Diese Melange ist der Nährboden für die populäre Haltung der Nichteinmischung.

(Osteuropa 9-10/2014, S. 5–12)