Titelbild Osteuropa 2-4/2014

Aus Osteuropa 2-4/2014

Kontinuum der Gewalt
Der Norden Russlands 1914–1920

Ljudmila Novikova

Abstract

Das Gouvernement Archangel’sk war im Ersten Weltkrieg nur ein Splitter der europäischen Front. Doch die vermeintlich marginale Region ist repräsentativ für Russland. Weder das Jahr 1917 noch das Jahr 1918 stellten Zäsuren dar. Der Erste Weltkrieg, die Revolution und der Bürgerkrieg waren so eng verflochten, dass die Zeitgenossen diese Periode als ein Kontinuum wahrnahmen. Praktiken des Weltkriegs wurden auf den Bürgerkrieg übertragen, militärische Gewalt schlug in paramilitärische um, Partisanen und ortsansässige Frontheimkehrer trugen Konflikte aus, die sich teilweise überlagerten.

(Osteuropa 2-4/2014, S. 157–170)