Titelbild Osteuropa 2-4/2014

Aus Osteuropa 2-4/2014

Der „fremde Krieg“ und der „neue Staat“
Polnische Kunst 1914–1918

Lidia Głuchowska

Abstract

Der Erste Weltkrieg war für die polnische Kunst eine Zeit des Umbruchs, aber auch des Rückgriffs auf die Tradition. Künstler und Literaten verarbeiteten ihre Erfahrungen als Soldaten nicht nur dokumentarisch, sondern pflegten auch die romantische, retrospektive Utopie einer Wiederbelebung der alten Adelsrepublik. Gleichzeitig halfen sie der Politik, den neuen Staat gedanklich vorwegzunehmen. Auch in Polen gab es Debatten um die „neue Form“ in der Kunst. Doch die verzwickte geopolitische Lage Polens, der weiter um seine Grenzen kämpfte, führte in der Kunst und Literatur zu einer Nationalisierung der modernen Form. Die internationalistische Avantgarde wurde in Polen nie Mode; zur Visitenkarte des neuen Staates wurde ein an der Volkskunst orientierter „nationaler Stil“.

(Osteuropa 2-4/2014, S. 291–316)