Titelbild Osteuropa 5-6/2013

Aus Osteuropa 5-6/2013

Kommunismus
Eine kleine Begriffsgeschichte

Wolfgang Eichwede

Abstract

Der Begriff des Kommunismus wurzelt in den Staatsutopien der Neuzeit. Er ist inhaltlich amorph. Mal wird er mit Gesellschaftsordnungen und Zukunftsmodellen verbunden, mal bezeichnet er eine Technik der Macht. Anhängern und Gegnern gilt er als Kampfbegriff. Mit der Oktoberrevolution 1917 wurde der Begriff aus dem Reich der Ideen zu einem Element der Realgeschichte. Lenin erklärte den Kommunismus zur nachhaltenden Entwicklungsstrategie – und stellte damit das Marxsche Denken auf den Kopf. In China, der zweiten kommunistischen Hauptmacht des 20. Jahrhunderts, dient der Kommunismus heute einzig der Legitimation der Herrschaft der Partei.

(Osteuropa 5-6/2013, S. 79–92)