Titelbild Osteuropa 6-8/2012

Aus Osteuropa 6-8/2012

Staat und Furcht
Putin, die Kirche und die Kunst kunstfreier Kunst

Kerstin Holm

Abstract

Russland ändert seinen Aggregatzustand. Im Winter blickte die Welt auf Moskau. Anarchisten und Monarchisten, Demo-Muffel und Demokraten waren auf der Straße. Das Machtkartell um Putin war eine Schrecksekunde lang geschockt. Die Tränen des designierten Präsidenten waren noch nicht getrocknet, da ging der Kreml zum Gegenangriff über. Seither erteilen OMON-Kämpfer und willfährige Gerichte mit geistlich-moralischem Beistand der Kirche den Aufmüpfigen Nachhilfe in Furcht. Patriarch Kirill preist Putin als „Wunder Gottes“. Kein Wunder, dass in diesem Klima Pussy Riot mit einem Punk-Gebet, das von Begabung völlig frei war, das Wesen des Putin-Staates offenlegen konnte.

(Osteuropa 6-8/2012, S. 209–218)