Titelbild Osteuropa 6-8/2012

Aus Osteuropa 6-8/2012

Putin und seine Freunde
Die Elite und die Bruchstellen der Macht

Benno Ennker

Abstract

Seit seiner ersten Wahl zum Präsidenten im Jahr 2000 hat Vladimir Putin systematisch die Schlüsselstellungen in Russlands Verfassungsorganen und in der Verwaltung neu besetzt. Die Führungspersonen stehen in einem persönlichen Abhängigkeitsverhältnis zu ihm. Dadurch ist eine Klientelbürokratie entstanden. Doch diese ist keineswegs homogen. Insbesondere der ungleiche Zugang zu Ressourcen, der die Chance zur Bereicherung bietet, nährt Interessenkonflikte. Putins Legitimitätsverlust seit Dezember 2011 und die Erosion der subjektiven Herrschaftsfähigkeit der Elite sind eine Gefahr für die Stabilität des Regimes. Die nach Putins Inthronisation am 7. Mai 2012 einsetzenden Repressionen haben eine Nebenfunktion. Sie zielen auch auf die Disziplinierung der Putin-Elite.

(Osteuropa 6-8/2012, S. 125–144)