Titelbild Osteuropa 4/2012

Aus Osteuropa 4/2012

Annäherungen an einen Unfassbaren
Stalin und seine Biographen

Andreas Oberender

Abstract

Stalin beschäftigt jede Historikergeneration aufs Neue. Das klassische Stalinbild, das Robert Tucker und Adam Ulam zeichneten, lässt sich dank neuer Quellen differenzieren. Heutige Biographen wie Robert Service, Hiroaki Kuromiya und Kevin McDermott betten Stalins Handeln stärker in Kontexte und Strukturen ein und betonen die relative Schwäche des bolschewistischen Regimes. Doch es ist zweifelhaft, ob dies ausreicht, um Stalins Handeln zu erklären. Ohne die Fallstricke der Psychohistorie ignorieren zu wollen, sollte die Stalin-Biographik der mentalen Befindlichkeit des sowjetischen Diktators mehr Aufmerksamkeit widmen. Die Quellenlage gestattet es.

(Osteuropa 4/2012, S. 37–52)