Titelbild Osteuropa 11-12/2012

Aus Osteuropa 11-12/2012

Lutosławski auf der Suche
Elemente und Ursprünge des Frühwerks

Maciej Gołąb

Abstract

Lutosławskis Frühwerk ist von zahlreichen Einflüssen geprägt. Es gibt Elemente der Zwölftonmusik, die an Schönberg erinnern, der Ursprung anderer Werke ist wie bei Béla Bartók in der Volksmusik zu suchen. Weitere Stücke erinnern an den Neoklassizismus, der vor allem mit Igor’ Stravinskij verbunden ist. Die Verwendung folkloristischer Elemente wurde Lutosławski als Unterordnung unter den Sozialistischen Realismus ausgelegt. Der Komponist selbst lenkte die Musikwissenschaftler oft auf eine falsche Fährte, indem er sich etwa von der Dodekaphonie distanzierte und manche seiner Werke als „stalinistischen Pfusch“ verwarf. Wer jedoch genauer auf die vor 1960 entstandenen Kompositionen Lutosławskis schaut, erhält Einblick in die Werkstatt eines Komponisten, der auf der Suche nach einem eigenen Stil vielfältige Traditionen aufnimmt.

(Osteuropa 11-12/2012, S. 47–56)