Titelbild Osteuropa 11-12/2012

Aus Osteuropa 11-12/2012

Heiliger Witold, bitte für uns

Adam Wiedemann

Abstract

Dieses ganze Werk von Witold, sage ich, ist im Grunde ein einziger großer Betrug, den wir akzeptieren, weil Witold genial ist und uns zu überzeugen weiß und wir selber auch schon durch und durch verdorben sind von diesem Verkehr mit der modernen Kunst. Aber das, woraus er seine Werke macht, ist ja doch alles von Grund auf unästhetisch, eine Geschmacklosigkeit jagt die andere, sowohl diese – wie man’s auch dreht und wendet – ihrer Natur nach grässlichen Zwölftöne und Gleichklänge von ihm als auch diese kontrollierte Aleatorik, die in intellektueller Hinsicht wirklich sensationell ist, aber es hört sich an wie das allergewöhnlichste Chaos im Orchester.

(Osteuropa 11-12/2012, S. 147–159)