Titelbild Osteuropa 11-12/2012

Aus Osteuropa 11-12/2012

Das Cello-Konzert lesen
Lutosławski und die Literatur

Adrian Thomas

Abstract

Seit der Uraufführung im Oktober 1970 gibt es Streit darüber, wie Witold Lutosławskis Cello-Konzert zu interpretieren ist. Einige Hörer sehen in ihm eine musikalische Darstellung des Kampfes zwischen Künstler und repressiver Macht. Der Cellist Mstislav Rostropovič, der die Uraufführung spielte, machte diese Lesart populär. Dabei hatte Lutosławski ihm zuvor seine kompositorischen Intentionen brieflich in „literarischen“ Worten dargelegt. Später wehrte er sich dagegen, das Werk auf eine politisch-programmatische Aussage zu verkürzen. Lutosławskis Brief gibt Anlass zu einer Suche nach den literarischen Bezügen des Cello-Konzerts.

(Osteuropa 11-12/2012, S. 111–130)