Titelbild Osteuropa 11/2011

Aus Osteuropa 11/2011

Der Putsch gegen Gorbačev
Hintergründe und Entscheidungsabläufe

Ignaz Lozo

Abstract

Der Moskauer Staatsstreich vom August 1991 löste die Revolution unter Führung von Boris El’cin aus. Sie hatte die Entmachtung der Kommunistischen Partei und die endgültige Auflösung der Sowjetunion zur Folge. Drahtzieher des Putsches war KGB-Chef Vladimir Krjučkov. Ziel der Verschwörer war es, die Unterzeichnung des neuen Unionsvertrages zu verhindern. Er hätte die Dezentralisierung der UdSSR festschreiben sollen. Doch das „Staatskomitee für den Ausnahmezustand“ war sich uneinig, ob gegen die Demonstranten Gewalt angewendet werden sollte. Dies führte zum Zusammenbruch des Staatsstreiches. Einen Befehl zum Angriff auf das „Weiße Haus“, El’cins Machtzentrale, hat es nicht gegeben – und damit auch keine „heldenhaften“ Befehlsverweigerungen. Die Unterstellung, Gorbačev sei Komplize der Verschwörer gewesen, entbehrt jeder Grundlage. Wohl aber trägt er eine politische Mitverant¬wortung für den Putsch.

(Osteuropa 11/2011, S. 77–96)