Titelbild Osteuropa 2-4/2010

Aus Osteuropa 2-4/2010

Kosaken oder Kampfschildkröten
Die Ukraine lesen

Katharina Raabe

Abstract

Ukrainische Literatur war jahrzehntelang Sache einiger Experten. Erst die Überwindung des Ost-West-Konflikts gab den Blick frei auf das geheimnisvolle literarische Gelände im Osten Polens. Das Erscheinen von Jurij Andruchovyčs Essays glich einem Paukenschlag. Hier war ein sprühender Erzähler und Ruinenbaumeister der Erinnerung am Werke. Lemberg und Czernowitz, die Karpaten und Ostgalizien tauchten aus dem Vergessen auf. Der historische Augenblick der Orangen Revolution förderte das Interesse an Literatur aus der Ukraine. In Andruchovyčs Windschatten nutzten Oksana Zabužko, Serhij Žadan und Ljubko Dereš die Gunst der Stunde. Unterdessen sind zwei Dutzend Werke erschienen. Das Goldgräberfieber ist vorbei. Nun wird sich erweisen, ob die ukrainische Literatur das Potential hat, international zu bestehen.

(Osteuropa 2-4/2010, S. 49–62)