Titelbild Osteuropa 7-8/2009

Aus Osteuropa 7-8/2009

Der Weg in die Sackgasse
Die UdSSR und der Molotov-Ribbentrop-Pakt

Sergej Sluč

Abstract

Das Münchner Abkommen 1938 zeigte, wie isoliert die Sowjetunion war. Um internationale Handlungsoptionen zurückzugewinnen, setzte Stalin auf Gemeinsamkeiten mit Deutschland. Annäherungsversuche in Wirtschaft und Handel schlugen fehl. Obwohl das NS-Regime Rohstoffe zur Kriegsvorbereitung brauchte, strebte Hitler lange Zeit keine reale Annäherung an die UdSSR an. Stalin rechnete mit einem „imperialistischen Krieg“ von Deutschland und den Westmächten. Er versuchte zu verhindern, dass die UdSSR auf ihrer Seite in den Krieg schlitterte. Das Abkommen mit Nazideutschland gewann Priorität. Der Molotov-Ribbentrop-Pakt garantierte Interessensphären und außenpolitische Expansion, was die UdSSR von den Westmächten nie bekommen hätte. Doch Hitlers außenpolitisches Hauptziel, die Eroberung der Sowjetunion, blieb über den gesamten Nichtangriffspakt hinaus gültig. Stalin trieb sein Land in die selbst geschaffene Sackgasse.

(Osteuropa 7-8/2009, S. 75–96)