Titelbild Osteuropa 6/2009

Aus Osteuropa 6/2009

Märtyrer und Heilige
Die Kanonisierung Nikolajs II. – ein Lehrstück

Gerd Stricker

Abstract

Im Moskauer und im Russischen Reich war das Verhältnis Staat – Kirche durch das byzantinische Modell der Symphonia bestimmt, wonach Kaiser und Patriarch in ihrer Würde ebenbürtig und beide Lebenssphären engstens verflochten waren. Unter den orthodoxen Heiligen sind viele Herrscher wie der hl. Fürst Aleksandr Nevskij, die aus politischen Gründen kanonisiert wurden. Im Jahr 2000 kanonisierte das Moskauer Patriarchat den letzten Zaren, Nikolaj II., sowie Hunderte Märtyrer des Sowjetregimes. Auch diese Entscheidung ist nicht frei von politischen Motiven.

(Osteuropa 6/2009, S. 217–234)