Titelbild Osteuropa 2-3/2009

Aus Osteuropa 2-3/2009

Polnischer Bürgerkrieg
Der unaufhaltsame Abstieg des Kommunismus

Andrzej Paczkowski

Abstract

Die Überwindung des Kommunismus in Polen setzte Ende der 1970er Jahre ein. Die prekäre wirtschaftliche Lage führte zu Streiks. Arbeiter schlossen sich zur Solidarność zusammen. Mit der katholischen Kirche trat die Gewerkschaft für Gewaltfreiheit und Reformen ein. Das Regime reagierte mit Repressionen und verhängte das Kriegsrecht. Damit begann ein Jahrzehnt des Bürgerkriegs mit anderen Mitteln. Das Regime verlor jegliche Legitimität im Inneren. Außenpolitisch führte Gorbačevs Perestrojka zum Verlust der bündnispolitischen Rückversicherung. Polens Regime sah sich gezwungen, die Opposition einzubinden, um Auswege aus der Krise zu finden. Der „Runde Tisch“ wurde zum Forum des Dialogs, die partiell demokratischen Wahlen wurden zum Plebiszit gegen die kommunistische Herrschaft.

(Osteuropa 2-3/2009, S. 97–118)