Titelbild Osteuropa 6/2008

Aus Osteuropa 6/2008

Im Banne des Krieges
Gedenkstätten und Erinnerungskultur in Belarus

Astrid Sahm

Abstract

Kriegsdenkmäler sind in Belarus allgegenwärtig. Sie bezeugen, dass unter Präsident Lukašenka das sowjetische Erbe weiterhin die Erinnerungslandschaft dominiert. Die Heroisierung der Kriegshelden zielt heute wie damals auf die Schaffung nationaler Identifikationsfiguren. Allerdings finden sich auch Darstellungen der Vernichtungserfahrungen des belarussischen Volkes, am prominentesten in der Gedenkstätte Chatyn’. Seit 1992 wurde zudem das öffentliche Gedenken an einzelne Opfergruppen und insbesondere an die Opfer des Holocaust in Belarus möglich. Die Erinnerung an die stalinschen Repressionen wird hingegen weiter unterdrückt. Gleichwohl ist ein Wandel der belarussischen Erinnerungskultur im Gange.

(Osteuropa 6/2008, S. 229–246)