Titelbild Osteuropa 3/2008

Aus Osteuropa 3/2008

Wohnungen als Machtinstrument
Die sowjetische Wohnungspolitik 1917–1941

Mark Meerovič

Abstract

Der Mythos hält sich auch nach dem Zusammenbruch der UdSSR: In den ersten zwei Jahrzehnten nach der Oktoberrevolution hätten die Bol’ševiki eine Wohnungspolitik betrieben, die sich an den Bedürfnissen der Bevölkerung ausrichtete. Tatsächlich aber war das oberste Prinzip die rationale Organisation der Gesellschaft nach verwaltungstechnischen Prinzipien zum Zwecke der Stärkung der Staatsmacht. Ungeachtet der innenpolitischen Umbrüche – Kriegskommunismus (1917–1921), Neue Ökonomische Politik (1921–1928), Industrialisierung und Kollektivierung (1928–1941) – änderte sich das grundsätzliche Verhältnis zwischen Staatsmacht und Bevölkerung, sowie Organisation und Inhalt der Wohnungspolitik nicht.

(Osteuropa 3/2008, S. 49–64)