Titelbild Osteuropa 3/2008

Aus Osteuropa 3/2008

Prekäre Freundschaft
Moskau, Weimar und die OGPU

Viktor Isaev

Abstract

In den Beziehungen zwischen Deutschland und Russland spielen die 1920er Jahre eine herausragende Rolle. Der Vertrag von Rapallo vertiefte die Kooperation. Doch die Aktivitäten der Komintern und des sowjetischen Geheimdienstes OGPU, in Deutschland einen kommunistischen Umsturz zu fördern, führten zur Konfrontation. Höhepunkt war 1925 der „Tscheka-Prozess“ in Leipzig gegen einen enttarnten Agenten. Moskau reagierte prompt: Aus drei Berliner Studenten, die als Touristen in der UdSSR weilten, wurden „Terroristen“, in einem Schauprozess wurden sie der Spionage angeklagt und zum Tode verurteilt. Der Fall ist ein Lehrstück für die absurde Rationalität eines fabrizierten Verfahrens.

(Osteuropa 3/2008, S. 17–36)