Titelbild Osteuropa 2/2008

Aus Osteuropa 2/2008

Beiderseits des Stromes
Literarische Repräsentationen der Memel

Laurynas Katkus

Abstract

Flüsse sind in der Literatur ein vielschichtiges Motiv: Sie stehen für Natur und Zeit, sind kulturelle und politische Grenzen und schaffen Verbindungen. Als europäischer Fluss ist die Memel ein Topos der deutschen, litauischen, polnischen und belarussischen Literatur. In der deutschen Kultur wurde sie oft als Grenze zwischen west- und osteuropäischer Zivilisation wahrgenommen. Im Werk Johannes Bobrowskis spielt der Fluss als ambivalentes verbindendes und trennendes Element, aber auch als existentieller Erinnerungsort eine zentrale Rolle; für die litauische Literatur symbolisiert die Memel nationale Identität und Geschichte.

(Osteuropa 2/2008, S. 91–127)