Titelbild Osteuropa 1/2008

Aus Osteuropa 1/2008

Dialogstörung als Norm
Levada & Co. als einsame Rufer in der Wüste

Sonja Margolina

Abstract

Strukturelle Defizite und divergierende Interessen verhindern einen produktiven Dialog zwischen deutschen und russischen Sozialwissenschaftlern. Dies betrifft vor allem die theoretisch anspruchsvolle Levada-Gruppe. Die Dialogstörung hat mehrere Ursachen. In Russland sind es die Stellung dieser Gruppe jenseits des akademischen Betriebs und ihr vermeintlich antiquiertes Wissenschaftsethos, das auf Weberschen Werten basiert. In Deutschland ist es die Neigung des Sozialwissenschaftsbetriebs, empirische Forschungen der russischen Kollegen im Rahmen der herrschenden theoretischen Paradigmata zu instrumentalisieren. Auch die anthropologischen Grenzen des Verstehens des Anderen erschweren die Rezeption des Denkens der Levada-Gruppe.

(Osteuropa 1/2008, S. 17–20)