Titelbild Osteuropa 6/2006

Aus Osteuropa 6/2006

Regulieren, tabuisieren, kriminalisieren
Ethisch-religiöse Wurzeln der Prostitutionspolitik in Europa

Britta Schmitt

Abstract

Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs setzte der Frauenhandel von Osteuropa nach Westeuropa ein. Damit geriet Prostitution stärker ins Blickfeld von Öffentlichkeit und Politik. Einige EU-Staaten haben seitdem ihre Prostitutionspolitik geändert. Manche haben sich für Liberalität, andere für Repression entschieden. Der Vergleich von Schweden, Litauen, Polen, Italien, den Niederlanden und Griechenland zeigt, daß andere Auslegungen des christlichen Menschenbilds, die verschiedenen Konfessionen und historischen Entwicklungspfade sowie Auswirkungen der Sowjetideologie bis heute den gesellschaftlichen Umgang mit Prostitution prägen und ihren Niederschlag in der Gesetzgebung finden.

(Osteuropa 6/2006, S. 33–54)