Titelbild Osteuropa 6/2006

Aus Osteuropa 6/2006

Menschenhandel als Politikum
Gesetzgebung und Problembewußtsein in Rußland

Mary Buckley

Abstract

In Rußland war das Thema Menschenhandel lange ein Tabu. Unterdessen stellt das Strafgesetzbuch Menschenhandel unter Strafe. Dies ist das Ergebnis der Aufklärung durch NGOs und Frauengruppen sowie massiven Drucks der USA. Die neuen Gesetze werden unzureichend angewandt. Verantwortlich sind mangelndes Problembewußtsein, Korruption sowie vereinzelte Mittäterschaft in Polizei und Rechtswesen. Die Bekämpfung des Menschenhandels muß an den Wurzeln ansetzen. Erforderlich ist es, mehr Arbeitsplätze zu schaffen, um die materielle Not zu überwinden, die viele Frauen ins Ausland treibt. Nötig sind mehr Aufklärung unter potentiellen Arbeitsmigrantinnen sowie der Aufbau eines landesweiten Netzwerks von Notunterkünften und Rehabilitationsprogrammen.

(Osteuropa 6/2006, S. 192–212)