Titelbild Osteuropa 5/2006

Aus Osteuropa 5/2006

Wirtschaftsboom statt Krise
Rußlands Aufschwung unter der Lupe

Hermann Clement

Abstract

Wie Phönix aus der Asche hat sich Rußlands Wirtschaft aus der tiefen Transformationskrise erhoben. Schon sprießen wirtschaftliche Großmachtphantasien. Doch der Aufschwung gründet primär auf den hohen internationalen Energiepreisen. Das birgt die Gefahr, daß sich Rußland an der „holländischen Krankheit“ infizieren könnte. Rußlands Wirtschaft ist hochgradig energie- und rohstofflastig. Die staatlich dominierte Monopolisierung nimmt zu. Das begünstigt Korruption und vermindert die Wachstumschancen. Die Investitionsquote ist zu niedrig, der Mittelstand entwickelt sich nicht schnell genug. Zukunftsrisiken wie unzureichende Bildungs- und Forschungskapazitäten bei zunehmender Überalterung der Bevölkerung werden nicht ernst genug genommen. Reformansätze, um diese Mängel zu beheben, sind allerdings erkennbar.

(Osteuropa 5/2006, S. 19–38)