Titelbild Osteuropa 11-12/2006

Aus Osteuropa 11-12/2006

Lokal erinnern, europäisch denken
Regionalgeschichte in Polen

Claudia Kraft

Abstract

Die polnischen Nationalkonservativen versuchen seit ihrer Machtübernahme 2005, eine zentral gesteuerte, affirmative Geschichtspolitik durchzusetzen. Dies wird vor allem in Deutschland kritisch beäugt. Dabei wird vergessen, daß in Polen in den letzten Jahren zahlreiche zivilgesellschaftliche Initiativen entstanden sind, die sich mit der Wiederentdeckung des multiethnischen und multikonfessionellen Erbes der ehemaligen deutschen Ostgebiete beschäftigen. Das prominenteste Beispiel ist die Kulturgemeinschaft Borussia. Derartige Initiativen arbeiten daran, einen Beitrag zur vielfältigen und widersprüchlichen europäischen Erinnerungskultur zu leisten.

(Osteuropa 11-12/2006, S. 235–244)