Titelbild Osteuropa 1-2/2006

Aus Osteuropa 1-2/2006

Die Koenigs-Sammlung
Bangen und Hoffen in einem niederländisch-rußländischen Restitutionsfall

Nout van Woudenberg

Abstract

Auf der politischen Agenda der niederländisch-rußländischen Beziehungen steht seit langem ein Restitutionsfall: die Koenigs-Sammlung. Über 500 der mehr als 2500 Zeichnungen Alter Meister, die der Bankier Franz Koenigs in den 1920er Jahren erworben hatte, erwarb Hitlers Beauftragter für das Führermuseum, Hans Posse, 1940 in einem illegalen Transfer. Diesen Teil der Sammlung verbrachte 1945 die Rote Armee nahezu komplett aus Dresden in die UdSSR. Während die DDR die 33 auf ihrem Territorium verbliebenen Zeichnungen 1987 an die Niederlande restituierte und die Ukraine die nach Kiev gelangten Stücke 2004 zurückgab, verzögerte Rußland bislang die Restitution. Zwar haben die Niederlande das Völkerrecht auf ihrer Seite, doch Rußland beharrt darauf, nach Maßgabe der eigenen Restitutionsgesetzgebung über den Fall zu entscheiden.

(Osteuropa 1-2/2006, S. 179–192)