Titelbild Osteuropa 4-6/2021

Aus Osteuropa 4-6/2021

Tschechiens Verkehrssektor
Nationale und europäische Wege

Tomáš Nigrin, Pavel Szobi


Abstract in English

Abstract

In Tschechien hat der Individualverkehr in den vergangenen 30 Jahren massiv zugenommen. Zur Individualisierung im Personenverkehr kam eine Flexibilisierung des Gütertransports. Dieser wurde auch infolge des industriellen Strukturwandels von der Schiene auf die Straße verlegt. Beides führte zur Überlastung der Straßen und zur Verschlechterung der Lebensqualität in den Städten und an den Fernstraßen. Der Staat reagierte mit dem Ausbau des Straßennetzes, für den vor allem EU-Gelder eingesetzt wurden. Einen Einbruch erlebte der Schienenverkehr. Erst seit einer Bahnreform Anfang der 2000er Jahre wachsen die Fahrgastzahlen wieder. Die Bahn ist leistungsfähig. Auch im Güterverkehr ist trotz der massiven Zunahme des LKW-Verkehrs der Anteil der Schiene im europäischen Vergleich mit gut einem Viertel hoch. Fast keine Rolle spielt bislang der Transport auf dem Wasser. In der Luftfahrt führten Billigflüge zu Touristendestinationen zu einem starken Zuwachs, bevor die Sars-CoV-2-Pandemie die Passagierzahlen einbrechen ließ. Eine ökologische Trendwende zeichnet sich jedoch nicht ab.

(Osteuropa 4-6/2021, S. 345–372)