Titelbild Osteuropa 4-6/2021

Aus Osteuropa 4-6/2021

Exportweltmeister Tschechien?
Grundlagen und Abgründe eines Wirtschaftsmodells

Petr Zahradník


Abstract in English

Abstract

Die Tschechische Republik ist mit Abstand das am weitesten entwickelte Land in Ostmitteleuropa und liegt gemessen am Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner auf Augenhöhe mit Italien und Spanien, nicht allzu weit entfernt von Frankreich. Dazu hat in großem Maße der Export beigetragen. Damit sich die positive Entwicklung der vergangenen drei Jahrzehnte fortsetzt, muss sich etwas ändern. Strukturprobleme im Exportsektor führen dazu, dass das wirtschaftliche Potential der Tschechischen Republik nicht in vollem Maße genutzt wird. Firmen in tschechischem Eigentum haben es versäumt oder nicht vermocht, an der weiterhin bedeutenden und in vielen Zweigen dominanten Stellung ausländischen Kapitals zu rütteln. Auch die Prager Politik hat bislang darauf verzichtet, mit einer entsprechenden Investitionsförderungspolitik dazu beizutragen, dass die Tschechische Republik ihr Entwicklungspotential voll ausschöpft. Ohne eine Überwindung dieser Probleme wird es dem Land nicht gelingen, in die Gruppe der überdurchschnittlich entwickelten Staaten der EU vorzustoßen.

(Osteuropa 4-6/2021, S. 279–296)