Titelbild Osteuropa 1-2/2019

Aus Osteuropa 1-2/2019

Zwischen Knicks und Kniefall
Österreich–Russland: eine Beziehungsskizze

Georg Dox

Abstract

Österreich pflegt aus historischen Gründen eine besondere Beziehung zu Russland: Von 1945 bis 1955 hatten Teile Ostösterreichs und der Hauptstadt Wien zur sowjetischen Besatzungszone gehört. Seit dem Staatsvertrag von 1955 betonen Politiker aller Couleur, dass Österreich gute Kontakte mit Moskau pflege und deshalb als Brückenbauer zwischen Ost und West wirke. Auch die amtierende Regierung aus ÖVP und FPÖ hebt die guten Beziehungen zu Russland hervor. FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache fordert gar, „realpolitisch“ anzuerkennen, dass die Krim zu Russland gehöre. Zudem schloss Österreich sich nicht jenen EU-Staaten an, die als Reaktion auf die Vergiftung von Sergej Skripalʼ durch den Militärgeheimdienst GRU russländische Diplomaten auswiesen. In den Beziehungen zwischen Wien und Moskau rückt der Handel in den Vordergrund, doch das österreichisch-russländische Handelsvolumen ist begrenzt.

(Osteuropa 1-2/2019, S. 67–78)