Titelbild Osteuropa 1-2/2019

Aus Osteuropa 1-2/2019

Entfremdung und Kooperation
Paradigmenwechsel in der deutschen Russlandpolitik?

Vladimír Handl

Abstract

In Deutschland gibt es Anzeichen, die auf einen Wandel der Russlandpolitik hindeuten. Eine neue Generation betritt die politische Bühne, immer wieder ist davon die Rede, dass die Konfrontation überwunden werden müsse. Gleichwohl spricht alles dafür, dass es bei der Politik bleibt, die Berlin vertritt, seit Russland 2014 die Krim annektiert und im Osten der Ukraine den bis heute nicht beendeten Krieg entfacht hat. Die Hoffnung auf eine Partnerschaft mit einem demokratischen und rechtsstaatlichen Russland ist zerstoben. Versuche, Kontakte aufrecht zu erhalten oder zu erneuern, zeugen nicht von einem neuen Blick auf die Moskauer Politik, sondern von der Rückkehr der alten Hoffnung auf einen langsamen Wandel in Russland. Nur die beiden Parteien am rechten und linken Rand, die AfD und die Linke, stört es nicht, dass das autoritäre Russland gegen das Kerninteresse Deutschlands an einer regelbasierten internationalen Ordnung arbeitet.

(Osteuropa 1-2/2019, S. 53–66)