Titelbild Osteuropa 9-10/2017

Aus Osteuropa 9-10/2017
Teil des Religion im Konflikt

Bedingt einsetzbar
Die Russische Orthodoxe Kirche in Russlands Außenpolitik

Regina Elsner

Abstract

Russlands politische Führung weist der Russischen Orthodoxen Kirche seit der nationalpatriotischen Wende von 2012 eine wichtige Rolle zu. Sie soll einem Regime Legitimität verleihen, das vorgibt, „traditionelle Werte“ zu bewahren, und das eine religiöse Rhetorik pflegt. Als Instrument der Außenpolitik kann der Kreml die Orthodoxe Kirche jedoch nicht einsetzen. Ihr gehören viele Nationen und zahlreiche Glaubensströmungen an. Daher decken sich die internationalen Interessen des Moskauer Patriarchats nicht mit jenen des Kreml. Das zeigt die eigenständige Politik der Orthodoxen Kirche in der Ukraine seit der Annexion der Krim und dem Beginn des Kriegs in der Ostukraine.

(Osteuropa 9-10/2017, S. 205–217)