Titelbild Osteuropa 6-8/2017

Aus Osteuropa 6-8/2017

Die Revolution der Frauen
Aleksandra Kollontaj und die Gleichstellung

Bärbel Schmidt-Šakić

Abstract

Die Revolutionen von 1917 haben die Geschlechterbeziehungen nachhaltig verändert. Russland war das erste Land der Welt, in dem die Gleichstellung von Mann und Frau rechtlich verankert wurde. Dazu trug die marxistische Theoretikerin, Feministin und Revolutionärin Aleksandra Kollontaj entscheidend bei. Ihre Utopie der Neuen Frau und der Freien Liebe war ein radikales Emanzipationskonzept. Die Gleichstellung von Mann und Frau galt in der Sowjetunion als erreicht. Real jedoch wurden Frauen zwar soziale und ökonomische, nicht aber politische Rechte gewährt. Im heutigen Russland werden Kollontajs Verdienste kaum noch gewürdigt. Die Geschlechterfrage stellt sich mehr denn je.

(Osteuropa 6-8/2017, S. 383–408)