Titelbild Osteuropa 3-4/2017

Aus Osteuropa 3-4/2017

Wider den Sonderfrieden
Eine Replik auf das Konzept vom „Pluralen Frieden“

Andreas Heinemann-Grüder

Abstract

Die Frage ist berechtigt, wie die aktuelle Konfrontation zwischen Russland und dem Westen überwunden werden kann. Doch der Vorschlag der Friedensforscher Spanger und Dembinski für eine neue Russlandpolitik überzeugt nicht. Die Idee des „pluralen Friedens“ ist eine Umetikettierung des „multipolaren Friedens“ à la russe. Die Argumentation läuft auf eine autokratische Bestandsgarantie im Namen des Pluralismus hinaus. Sie bieten ein Rezept aus dem Kalten Krieg an, nämlich die friedliche Koexistenz sowjetischer Lesart – die Akzeptanz von Einflusszonen, eines russländischen Cordon sanitaire zu Lasten der Staaten in einem „Zwischeneuropa“.

(Osteuropa 3-4/2017, S. 103–108)