Titelbild Osteuropa 11-12/2017

Aus Osteuropa 11-12/2017

Die Archive des KGB
Ein Jahr nach dem Putsch

Arsenij Roginskij, Nikita Ochotin

Abstract

Seit der Publikation des Archipel Gulag war es eine Kernforderung der sowjetischen Dissidenten, die KGB-Archive zu öffnen, um Licht in die Verbrechen des Regimes zu bringen. Jeder hielt diese Forderung für illusionär. Mit der Perestrojka und dem Zusammenbruch der kommunistischen Parteiherrschaft änderte sich das. Per Dekret ordnete Russlands Präsident El’cin am 24. August 1991 an, das Parteiarchiv der KPdSU und das KGB-Archiv in die Zuständigkeit der staatlichen Archivbehörden zu übergeben. Spezielle Kommissionen sollten die Übergabe des Archivmaterials und die Bedingungen des Zugangs und der Nutzung regeln. Doch deren Initiativen versandeten. Es zeigte sich, dass die Öffnung der Archive des KGB nur möglich ist, wenn es eine umfassende Reform der Sicherheitsorgane gibt.

(Osteuropa 11-12/2017, S. 53–75)