Titelbild Osteuropa 1-2/2017

Aus Osteuropa 1-2/2017

Im Dienst der Expansion
Polenforschung im Ersten Weltkrieg

Agnes Laba

Abstract

Wissenschaft und Politik sind aufs engste miteinander verwoben. Dies zeigt ein Beispiel aus der deutschen Ostforschung während des Ersten Weltkriegs. Als das Deutsche Reich Gebiete besetzte, die seit den polnischen Teilungen unter Vorherrschaft des Zarenreichs gestanden hatten, berief der Verwalter im neu geschaffenen Generalgouvernement Warschau eine Landeskundliche Kommission, die sich vor allem mit der bevölkerungsgeographischen Erforschung des ehemaligen Kongresspolen beschäftigte. Sie sollte deutsche Herrschaftsansprüche stützen und der Verwaltung der besetzten Gebiete unmittelbar nutzbare Ergebnisse liefern. Die Wissenschaft profitierte, indem sie Ressourcen erhielt, und ihr Prestige wuchs.

(Osteuropa 1-2/2017, S. 97–105)