Titelbild Osteuropa 8-10/2016

Aus Osteuropa 8-10/2016

Kontrolliert, schikaniert, ruiniert
Andrej Platonov im Visier der Tscheka

Natal’ja Kornienko

Abstract

Die „Außerordentliche Kommission zum Kampf gegen Sabotage und Konterrevolution“ (Tscheka) ist die Keimzelle des sowjetischen Geheimdienstes. Gegründet wurde sie 1917, später war sie ein Pfeiler des Stalinismus und der kommunistischen Parteiherrschaft. 1930 geriet Andrej Platonov ins Visier der Tschekisten. Sie legten eine „Akte Platonov“ an, Informanten trugen ihnen Details über sein Denken und Schreiben zu. Obwohl er als „Volksfeind“ denunziert wurde, überlebte er den Großen Terror. Doch sein 15-jähriger Sohn wurde im Frühjahr 1938 verhaftet und wegen Heimatverrats und konterrevolutionärer Tätigkeit in ein Arbeitslager deportiert. Er starb nach der Entlassung an Tuberkulose. Von diesem Schlag erholte sich Platonov nicht mehr. Er starb 1951 – ebenfalls an Tuberkulose.

(Osteuropa 8-10/2016, S. 149–163)