Titelbild Osteuropa 4/2016

Aus Osteuropa 4/2016

Terrorismus in Russisch-Polen
Sozialrevolutionär in der Form, national im Inhalt

Felicitas Fischer von Weikersthal

Abstract

Während der Revolution von 1905/1907 brach eine terroristische „Epidemie“ im Russischen Imperium aus. Russisch-Polen war einer der Hauptherde. Überproportional viele Anschläge und Attentate ereigneten sich in Warschau, Łódź und anderen Städten des ehemals autonomen Königreiches. Diese massive terroristische Gewalt speiste sich aus dem erstarkenden polnischen Nationalismus. Zur Eskalation trug bei, dass das imperiale Zentrum die polnische Peripherie als grundsätzlich unzuverlässig ansah und eine entsprechend repressive Politik verfolgte. Breite Kreise der polnischen Bevölkerung nahmen sich als deklassiert wahr.

(Osteuropa 4/2016, S. 19–34)