Titelbild Osteuropa 3/2016

Aus Osteuropa 3/2016

Aktualisierte Gewalterfahrung
Litauens Geschichtspolitik und Russlands Ukrainekrieg

Felix Ackermann

Abstract

Die litauische Gesellschaft verfolgte den Euromajdan in der Ukraine nicht aus der Ferne, sondern sah sich unmittelbar betroffen. Russlands Annexion der Krim und der Interventionskrieg in der Ostukraine setzten Ängste vor einer ähnlichen Aggression Russlands im Baltikum frei. Der Krieg verändert auch die litauische Selbstverständigung über die eigene Geschichte. In der Auseinandersetzung mit der deutschen und der sowjetischen Herrschaft findet eine Zuspitzung und Relativierung der Positionen statt. Geschichte und Erinnerung werden zur Projektionsfläche für die politischen Auseinandersetzungen der Gegenwart mit Russland.

(Osteuropa 3/2016, S. 111–128)