Titelbild Osteuropa 11-12/2016

Aus Osteuropa 11-12/2016

Medien in Kasachstan
Entwicklung, Zustand, Perspektiven

Assel Nazarbetova, Zarema Shaukenova, Beate Eschment

Abstract

Seit der Unabhängigkeit 1991 ist in Kasachstan ein Mediensystem entstanden, das formal viele Gemeinsamkeiten mit den Mediensystemen in konsolidierten Demokratien aufweist. Die Verfassung garantiert Meinungs- und Pressefreiheit, auf dem Medienmarkt herrscht Vielfalt, das Internet gewinnt zulasten der Printmedien an Bedeutung, und das Fernsehen erreicht nahezu jeden Haushalt. Doch tatsächlich ist die Lage anders. Der Staat kontrolliert und zensiert die Medien, die Pressefreiheit ist eingeschränkt, Medien haben kaum Zugang zu Informationen. Außerdem fehlen Organe der Selbstkontrolle der Presse oder eine Berufsvereinigung der Journalisten. Diese Strukturdefizite sollten behoben werden. Nötig wären freie Medien, die objektiv und umfassend informieren und den Bürgern Meinungsbildung zur Innen- und Außenpolitik Kasachstans ermöglichen. Davon würde auch die Staatsmacht profitieren.

(Osteuropa 11-12/2016, S. 181–195)