Titelbild Osteuropa 1-2/2016

Aus Osteuropa 1-2/2016

Kulturkampf
Rechter Marsch durch die Institutionen

Roman Pawłowski

Abstract

Die Kulturlandschaft in Polen war in den letzten Jahren weitgehend unabhängig von politischer Einflussnahme. Unter der neuen Regierung dürfte sich dies ändern: Die PiS hat eine konservative Wende in der Kulturpolitik angekündigt. Viel Energie soll in die nationale Selbstdarstellung im Ausland fließen. Die neue nationale Kunst soll auf Glaube, Patriotismus und Opferkult beruhen. Ihr Herzstück ist die Geschichtspolitik. Ob es der rechten Kunst in Polen bisher jedoch nur an Finanzen und nicht an Talent gemangelt hat, bleibt zu bezweifeln. Der geplante Marsch durch die Kulturinstitutionen könnte am Widerstand der Künstler und der Kommunen scheitern, in deren Händen ein Großteil der Kultureinrichtungen liegt.

(Osteuropa 1-2/2016, S. 161–170)